Aufbereitungsmechaniker/Aufbereitungsmechanikerin Fachrichtung Braunkohle – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Aufbereitungsmechaniker/Aufbereitungsmechanikerin Fachrichtung Braunkohle

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortean Leitständen von Abbau- und Aufbereitungsanlagen · im Freien in der Braunkohlegrube · in Lade- und Transportfahrzeugen
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze3

Über den Beruf

Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle überwachen die weitgehend automatisierte Aufbereitung von Braunkohle. Dazu steuern sie Maschinen und Anlagen, in denen die Rohkohle gesiebt und von Gestein befreit wird, das beim Abbau mit gefördert wurde. Zur Veredelung trocknen sie die Braunkohle in Trockneranlagen und verarbeiten sie z.B. zu Kohlebriketts, Braunkohlenstaub oder Wirbelschichtbraunkohle. Um die Produktqualität zu sichern, nehmen sie Proben, analysieren diese und dokumentieren die Ergebnisse. Sie führen Aufzeichnungen über die erzeugten Mengen, lagern die Produkte fachgerecht oder verladen sie zum Weitertransport. Zudem halten sie Maschinen und Anlagen instand, ermitteln die Ursachen technischer Störungen und sorgen für deren Behebung.

Ausführliche Beschreibung lesen

Worum geht es? Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle fördern Rohkohle und bereiten sie auf. Hierfür bedienen sie automatisierte Aufbereitungsanlagen, in denen unerwünschte Begleitstoffe entfernt werden und die Kohle nach Größen sortiert und veredelt wird. Die aufbereiteten Rohstoffe lagern sie fachgerecht und sorgen für den Weitertransport. Hightech für die Aufbereitung Trotz der zunehmenden Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie spielt die Braunkohle nach wie vor eine wichtige Rolle in der Energiegewinnung. Hauptabnehmer ist die Elektrizitätswirtschaft. Veredelte Braunkohleprodukte werden in Form von Briketts zur Befeuerung in privaten Haushalten sowie in der mittelständischen Industrie eingesetzt: Die Zement-, Kalk- und Asphaltindustrie verarbeitet Braunkohlenstaub. Wirbelschichtkohle wird als Filterkohle vornehmlich in Heizkraftwerken genutzt. Im Rohzustand weist Braunkohle einen hohen Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 60 Prozent auf, ihr Heizwert ist noch relativ gering. Deshalb wird sie aufbereitet und veredelt, um ihre Gebrauchseigenschaften zu erhöhen. In den Aufbereitungsanlagen für Braunkohle kommt modernste Technik zum Einsatz, um den komplexen Verfahrensprozess in gleichbleibender Qualität zu gewährleisten. Von Leitständen aus programmieren und steuern Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle automatisierte und computergesteuerte Aufbereitungsanlagen und Fördersysteme, reinigen und warten diese und setzen sie bei Bedarf instand. Sie kontrollieren Füllstände, prüfen automatische Schmiereinrichtungen bzw. die Funktion von Magnetabscheidern, wechseln Siebe aus und reparieren Pumpen. Da die Anlagen mit sehr großen Kapazitäten arbeiten, können Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle unter hohem Zeitdruck stehen, um die Maschinenausfallzeiten bei den Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten möglichst gering zu halten. Während des gesamten Gewinnungs- und Aufbereitungsprozesses prüfen sie die Qualität der Zwischen- und Endprodukte. Sie bestimmen mit Messgeräten den Schwefel- und Wassergehalt sowie die Feuchte, Kornverteilung und Dichte der Kohleprodukte, analysieren die Ergebnisse und dokumentieren sie. Bei Abweichungen von den Vorgaben suchen sie die Ursachen und korrigieren z.B. die Maschineneinstellungen. Ein komplexer Prozess Die Arbeit von Aufbereitungsmechanikern/-mechanikerinnen der Fachrichtung Braunkohle beginnt bereits während der Gewinnung und Förderung der Rohkohle aus dem Tagebau. Um an die erdoberflächennahen Braunkohlevorkommen zu gelangen, muss zunächst der Mutterboden abgetragen werden. Die mit Großgeräten wie Schaufelradbaggern abgeschürfte und abgekratzte Rohkohle wird gewogen und zur direkten Verbrennung in Kraftwerke befördert, die dem Tagebau angeschlossen sind oder zu den Veredelungsbetrieben transportiert. Bei diesen Tätigkeiten im Freien sind Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle Wärme, Kälte, Feuchtigkeit und Zugluft ausgesetzt. In den Veredelungsbetrieben zerkleinern sie die noch grubenfeuchte Rohkohle mit Flügelbrechern, um Einschlüsse - mitunter ganze Baumstämme - zu entfernen. Die so gewonnene Rohfeinkohle bringen sie mit Förderbändern zur Aufbereitung. Dort klassieren sie die Kohle auf Sieben, d.h., sie trennen sie nach Größe und Güteklasse. Anschließend trocknen Aufbereitungsmechaniker/innen die Braunkohle in Röhrentrocknern. Dabei stellen sie Dauer und Intensität des Trocknungsvorgangs so ein, dass die Trockenkohle den Wassergehalt aufweist, der für die weitere Verarbeitung erforderlich ist. Sind Braunkohlebriketts herzustellen, zerkleinern sie die Kohle erneut und klassieren sie wiederum auf Sieben, um eine feinere Körnung und damit einen noch höheren Heizwert zu erreichen. Anschließend formen sie die feingekörnte Braunkohle in einer Brikettpresse unter hohem Druck zu Briketts. Beim Trocknen entsteht - sozusagen als Nebenprodukt - der so genannte Brüden, eine Mischung aus Luft, Wasserdampf und Kohlenstaub. Diesen reinigen Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle in Filteranlagen und gewinnen daraus Braunkohlenstaub. Oder sie produzieren Braunkohlenstaub direkt durch Vermahlen von Trockenkohle mit einem Wassergehalt von gut 10 Prozent. Wirbelschichtbraunkohle, den sogenannten Grudekoks, stellen sie her, indem sie Braunkohle mit einem Wassergehalt von 16 bis 18 Prozent fein mahlen. Bei der Aufbereitung von Braunkohle kann es zur Schadstoffentwicklung kommen, z.B. zu Stickoxiden oder Kohlenstaub. Trotz moderner Absaug- und Filteranlagen tragen die Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle deshalb Schutzkleidung und Atemschutz. Auch Helm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe sind in fast allen Produktionsbereichen Pflicht. Bei all ihren Tätigkeiten beachten Aufbereitungsmechaniker/innen die Bestimmungen des Umweltschutzes, z.B. sorgen sie dafür, dass die zulässigen Emissionswerte nicht überschritten werden. Konfektionierung und Versand Schließlich transportieren die Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle die fertigen Produkte mit Förderbändern oder -leitungen zur fachgerechten Lagerung, z.B. in Silos, und bedienen die Verladeeinrichtungen. Braunkohlenstaub und Wirbelschichtbraunkohle sowie lose Briketts gelangen üblicherweise über den Bahn- und Straßenversand zu den Abnehmern. Braunkohlebriketts für den Endverbraucher wiegen Aufbereitungsmechaniker/innen der Fachrichtung Braunkohle ab und konfektionieren sie zu Bündel, Tüten oder Folienpacks, die sie palettieren und in Lagerhallen deponieren. Sie dokumentieren die Produktionsmengen und stellen ggf. Versandpapiere aus.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Aufbereitungsmechaniker/in für Braunkohle?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.637 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region kannst du zwischen 3.062 € und 4.268 € verdienen.

Welche Schulfächer sind wichtig für Aufbereitungsmechaniker/innen?

Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik und Werken/Technik. Diese Fächer helfen, die technischen und physikalischen Grundlagen für die Arbeit mit Aufbereitungsanlagen zu verstehen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Aufbereitungsmechaniker/in für Braunkohle?

Die Arbeit erfolgt oft in lauten und staubigen Umgebungen, sowohl in Werkhallen als auch im Freien. Schutzkleidung ist erforderlich, und es kann zu Arbeiten bei extremen Temperaturen oder Witterungsbedingungen kommen.

Welche digitalen Skills braucht man als Aufbereitungsmechaniker/in für Braunkohle?

Digitale Skills umfassen die Nutzung von Apps zur Überwachung der Produktionsprozesse, den Einsatz von Augmented Reality für Wartungsarbeiten und die Programmierung von automatisierten Aufbereitungsanlagen.

Wie sind die Berufsaussichten als Aufbereitungsmechaniker/in für Braunkohle?

Die Berufsaussichten sind gut. Es herrscht ein hoher Fachkräftemangel, und viele Altersabgänge werden erwartet, was Stellen frei macht. Die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040, obwohl die Beschäftigung insgesamt schrumpft.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Aufbereitungsmechaniker/innen?

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen zum/zur Industriemeister/in in Hüttentechnik oder Aufbereitungs- und Verfahrenstechnik. Weiterhin kann man sich zum/zur Techniker/in in Maschinentechnik oder im Rohstoffingenieurwesen weiterqualifizieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Aufbereitungsmechaniker/innen?

Weiterbildungsmöglichkeiten umfassen Bereiche wie Rohstoffgewinnung, Maschinen- und Anlagenbetrieb, elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Hydraulik und Pneumatik.

3 Ausbildungsplätze ansehen