Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin

Auch bekannt als: Isolierspengler/in · Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutztechniker/in · Industrial insulator (m/f)

BerufsfeldBau & Architektur
Arbeitsortean Montageorten innerhalb von Gebäuden sowie im Freien auf Baustellen oder dem Betriebsgelände · in Produktionshallen
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze77

Über den Beruf

Industrie-Isolierer/innen dämmen Rohre, Behälter, Maschinen und Gebäude in industriellen Anlagen, um Energieverluste oder Lärmemissionen zu vermindern bzw. schädliche Einwirkungen, z.B. durch Feuchtigkeit, zu verhindern. Abgestimmt auf die jeweilige Aufgabe, etwa das Ziel der Isolierung, und die Gegebenheiten vor Ort planen sie die Arbeitsabläufe, wählen geeignete Materialien und Dämmtechniken aus und richten die Baustelle ein. Dann bauen sie z.B. Dämmstoffplatten aus schallschluckendem Material in Wände und Decken ein, um Maschinenlärm zu dämpfen, oder bringen Abschottungen zum vorbeugenden Brandschutz an. Sie ummanteln kältetechnische Anlagen und Kaltwasserleitungen oder Heißwasser- und Dampfleitungen. Auch Dampfbremsen bzw. Dampfsperren bringen sie an, die verhindern sollen, dass Wasserdampf aus den Innenräumen in die Dach- und Wandkonstruktionen eindringt und dort Schäden verursacht. Die fertige Dämmung ummanteln sie ggf. noch zum Schutz gegen Beschädigungen und Witterungseinflüsse oder aus optischen Gründen mit Verkleidungen aus Blech oder Kunststoff.

Ausführliche Beschreibung lesen

Worum geht es? Industrie-Isolierer/innen stellen vorwiegend für große industrielle Anlagen Wärme-, Kälte- und Schalldämmungen her. Sie fertigen die dafür notwendigen Stütz- und Tragkonstruktionen und bringen die Dämmstoffe an. Gut gedämmt, gut geschützt Sie dämmen Gebäude und Anlagen so, dass möglichst wenig Energie durch Abwärme oder Abstrahlung verloren geht. Auch berücksichtigen sie Kriterien des Schallschutzes bei der Auswahl von Material und Technik. Sie sorgen dafür, dass bei Warmwasser- und Dampfanlagen nicht zu viel Wärme abgestrahlt wird oder bei Kühlanlagen nicht zu viel Energie verloren geht. Dazu bauen sie z.B. Dämmstoffplatten in Dächer und Wände ein und ummanteln Maschinen, um deren Lärm zu dämpfen. Damit Wasserleitungen im Winter nicht einfrieren, umwickeln sie sie mit Dämmstoffen. Außerdem montieren sie in Dächern und Wänden Dampfbremsen, damit kein Wasserdampf in die Dach- und Wandkonstruktionen gelangen kann und somit auch keine Schäden anrichtet. Feuerhemmendes bzw. schwer entflammbares Dämmmaterial wiederum dient zum vorbeugenden Brandschutz. Eine gute Dämmung leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, denn sind Gebäude oder Fabrikhalle fachmännisch isoliert, spart das viel Energie. Industrie-Isolierer/innen übernehmen auch organisatorische Aufgaben: Sie planen etwa die Arbeitsabläufe auf der Baustelle, richten die Baustelle in Abstimmung mit den anderen Gewerken ein und prüfen am Ende die Qualität der durchgeführten Arbeiten. Schicht um Schicht: Isolierungen montieren Zuerst fertigen sie eine solide Trag- und Stützkonstruktion an, dann bauen sie die Dämmung ein. Sie verwenden Matten, Platten, Schalen und Segmente aus verschiedenen Materialien oder Schüttstoffen, stellen aber auch Schäume aus flüssigen Komponenten her. Je nachdem, was gerade isoliert werden soll, bestimmen sie, welches Material verwendet wird, und berechnen, wie dicht die Dämmschicht sein muss. Dabei richten sie sich nach vorgegebenen Skizzen oder Zeichnungen. Um eine technische Anlage fachgerecht zu isolieren, schneiden Industrie-Isolierer/innen die Dämmstoffe zu und passen sie genau an die Form der Maschinen an. Mit der Hand oder maschinell stellen sie z.B. Formteile für Krümmer oder Armaturen her. Oft bauen sie auch selbst Leichtbauwände ein und montieren abgehängte Decken, die sie dann mit Dämmstoffen versehen. Damit die Dämmung gut hält, kleben Industrie-Isolierer/innen sie fest, umwickeln sie mit Bandagen, verschnüren sie mit Bindedraht oder befestigen sie mit Stiften und Klipsen. Sauber abgedeckt: Isolierungen verkleiden Um Dämmstoffe vor Beschädigung und Witterungseinflüssen zu schützen, verkleiden Industrie-Isolierer/innen sie noch mit Blech oder Kunststoff. Dafür zeichnen sie zunächst Teilstücke der abgewickelten Oberfläche des Objektes auf ein Blech und schneiden es dann aus. Sie stanzen, kanten oder runden die ausgeschnittenen Blechstücke und bringen sie so in die passende Form. Dazu verwenden sie meist programmierbare CNC-Blechbearbeitungsmaschinen , die sie ggf. selbst eingerichtet haben. Hier wird das gewünschte Blechteil mit allen Kantenbearbeitungen und Montagebohrungen automatisch hergestellt. Wegen des erheblichen Lärmpegels bei der Blechbearbeitung tragen Industrie-Isolierer/innen bei diesen Arbeiten Gehörschutz. Nun legen sie die fertige Ummantelung über den Dämmstoff, verschrauben oder vernieten die Teilstücke und befestigen sie an der Unterkonstruktion. Bei Ventilen, Flanschen und Armaturen montieren sie Kappen und Hauben, die leicht wieder abgenommen werden können, wenn etwas repariert oder kontrolliert werden muss.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was macht ein/e Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin?

Industrie-Isolierer/innen dämmen Rohre, Behälter, Maschinen und Gebäude in industriellen Anlagen, um Energieverluste oder Lärmemissionen zu vermindern bzw. schädliche Einwirkungen, z.B. durch Feuchtigkeit, zu verhindern.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin?

Die Ausbildung zum/zur Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin dauert 3 Jahre.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin?

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Welche Schulfächer sind wichtig für Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin?

Wichtige Schulfächer für angehende Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin: Mathematik (um Flächen- und Materialberechnungen durchzuführen), Physik (um Fensterrahmen fachgerecht gegen Kälte und Wärme zu isolieren), Werken/Technik (für die Arbeit mit Werkzeugen und Baugeräten).

Wie sind die Berufsaussichten als Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin?

Die Berufsaussichten als Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin sind ausgeglichen. Derzeit sind rund 120 Stellen ausgeschrieben.

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