Ingenieur/Ingenieurin für Biomechanik
Über den Beruf
Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Biologie und Mechanik, insbesondere menschliche Bewegungsabläufe, mithilfe messtechnischer Systeme. Auf Basis der Messungen führen sie Simulationen durch, z. B. zur Entwicklung von Therapien oder medizintechnischen Produkten, und dokumentieren ihre Ergebnisse für interne Stellen und Kunden. Sie arbeiten eng mit Ärzten und Ärztinnen sowie Entwicklungs- und Produktionsabteilungen zusammen. Im technischen Betrieb sind sie für Konstruktion von Testaufbauten, Erstellung von Testroutinen und Einweisung von Mitarbeitern zuständig. Dabei betreuen sie auch Materialprüf- und Fertigungsmaschinen.
Ausführliche Beschreibung lesen
Worum geht es? Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik erfassen und analysieren menschliche Bewegungsabläufe und setzen sie in Computermodelle und -simulationen um, u.a. für die Entwicklung von therapeutischen Maßnahmen und medizintechnischen Produkten. Im technischen Betrieb übernehmen sie z.B. die Durchführung und Auswertung von biomechanischen Produktsicherheitstests und entwerfen neue Testkonzepte und -aufbauten. Arbeitsgebiete der Biomechanik Die Biomechanik findet auf vielen Gebieten Anwendung, insbesondere in der Medizintechnik, Rehabilitationstechnik, Sportwissenschaft, Ergonomie , Industrie und Forschung. In der Sportbiomechanik beispielsweise geht es sowohl im Leistungssport als auch im Breitensport darum, Bewegungsverfahren zu optimieren und dabei zugleich die Gesundheit der Athleten und Athletinnen zu schonen. Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik wenden dafür unterschiedliche Untersuchungs- und Messverfahren an, z.B. die Elektromyographie (Messung der Muskelaktivität), und werten die Messergebnisse aus. Ihre Analysen setzen sie dann z.B. in der Entwicklung und Herstellung von Sportschuhen oder Sportgeräten ein, aber auch in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. In der Medizin- bzw. Rehabilitationstechnik wirken Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik z.B. mit bei der Implementierung und Evaluation von Bewegungsprogrammen und bei der Analyse von Gangveränderungen in der orthopädischen Rehabilitation . In der präventiven Biomechanik führen sie u.a. zur Vorbeugung von Rückenleiden Messungen bezüglich der Belastung der Wirbelsäule bei verschiedenen Aktivitäten wie dem Heben von Gegenständen durch. Modellbildung und Simulation Auch für die Entwicklung und Optimierung von Prothesen oder Endoprothesen (künstlichen Gelenken) werten sie menschliche Bewegungsabläufe aus. Mithilfe von Computersimulationen ermitteln sie Möglichkeiten, die Lebensdauer eines Produkts zu verlängern, Material einzusparen oder Entwicklungszyklen zu verkürzen. Dafür spielen sie am Rechner z.B. verschiedene Varianten eines künstlichen Gelenks durch, ohne dass jeweils ein Prototyp angefertigt werden muss. Damit die jeweilige technische Fragestellung am Computer bearbeitet werden kann, erstellen die Ingenieure und Ingenieurinnen mathematische Modelle. Meist arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik eng mit Ärzten/Ärztinnen und anderen Fachkräften, z.B. aus der Entwicklungs- und Produktionsabteilung, zusammen. Durch ihr Wissen über die Funktion des Bewegungsapparates und dessen biologische Reaktionen auf mechanische Veränderungen wirken Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik entscheidend an der Entwicklung und Optimierung von therapeutischen Maßnahmen und medizintechnischen Produkten mit. Weitere Einsatzmöglichkeiten Im technischen Betrieb planen und leiten sie Arbeitsprozesse, z.B. an Materialprüf- oder Fertigungsmaschinen. Zu ihren Aufgaben können zudem die Konstruktion von Testaufbauten und die Erstellung von Testroutinen gehören. Auch für die Einweisung und Betreuung von Mitarbeitern an den Anlagen und Maschinen sind Ingenieure und Ingenieurinnen für Biomechanik zuständig. Darüber hinaus können sie Aufgaben in der Qualitätssicherung, im Vertrieb oder in der Anwendungsberatung übernehmen.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg ist ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Biomechanik erforderlich. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben wird meist ein Masterstudium erwartet. In Wissenschaft und Forschung ist häufig ein Doktorgrad nötig, je nach Fachrichtung mit passendem Zusatz, z.B. Dr. phil.; für eine Professur kann außerdem eine Habilitation vorausgesetzt werden.
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Ingenieur/in für Biomechanik?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5686 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region kannst du zwischen 4357 € und 6938 € verdienen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Ingenieur/in für Biomechanik?
Ingenieurinnen und Ingenieure für Biomechanik arbeiten mit technischen Geräten und Maschinen, führen Bildschirmarbeit durch und sind in Laboren sowie medizinischen Einrichtungen tätig. Sie tragen Verantwortung für die Produktsicherheit und haben häufig Kundenkontakt, um die Ergebnisse ihrer Messungen und Simulationen zu besprechen.
Welche digitalen Skills braucht man als Ingenieur/in für Biomechanik?
Ingenieurinnen und Ingenieure für Biomechanik nutzen 3-D-Simulationen und Dokumentenmanagementsysteme, um Berechnungen und Versuchsergebnisse zu dokumentieren. Sie entwickeln Exoskelette und arbeiten mit Laborinformationssystemen, um Produktsicherheits- und Materialprüfungstests durchzuführen.
Kann man sich als Ingenieur/in für Biomechanik selbständig machen?
Ingenieurinnen und Ingenieure für Biomechanik können sich beispielsweise mit einem eigenen Ingenieurbüro selbständig machen. Sie bieten Beratungs-, Planungs-, Projektierungs- oder Analytikdienstleistungen an und können als Berater/in, Gutachter/in oder Sachverständige/r tätig sein.
Wie sind die Berufsaussichten als Ingenieur/in für Biomechanik?
Die Berufsaussichten als Ingenieur/in für Biomechanik sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst bis 2040, jedoch besteht ein geringer Fachkräftemangel. Zudem gibt es weniger Altersabgänge als in anderen Berufen, und die Konkurrenz unter Bewerbern steigt bis 2040.
