Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik
Auch bekannt als: Werkstoffingenieur/in · Werkstoffwissenschaftler/in ·
Über den Beruf
Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik befassen sich damit, Werkstoffe herzustellen und weiterzuentwickeln. Sie arbeiten mit metallischen (z.B. Stahl, Aluminium, Zink) und nichtmetallischen Werkstoffen (z.B. Papier, Bindemittel oder Polymer- und Verbundwerkstoffe). Außerdem entwickeln sie neue Materialien und Verfahren der Formgebung, Fügetechnik und Oberflächenbehandlung bzw. verbessern vorhandene Werkstoffe, Herstell- und Bearbeitungsverfahren. Sie entwerfen ggf. auch Maschinen, Apparate und Anlagen, mit denen diese Werkstoffe hergestellt werden können und prüfen sie auf Qualität. Arbeiten sie im Vertrieb, erstellen sie Angebote und unterbreiten sie der Kundschaft.
Ausführliche Beschreibung lesen
Worum geht es? Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik untersuchen, prüfen, entwickeln und verbessern Werkstoffe und Verbundwerkstoffe. Daneben sind sie unter anderem in der Qualitätssicherung, bei der Entwicklung von Maschinen, mit denen diese Werkstoffe hergestellt werden können, sowie im technischen Vertrieb tätig. Werkstoffe entwickeln Die Verfügbarkeit von modernen Werkstoffen zählt heute zu den Schlüsselindustrien, da ohne entsprechende Materialien kaum noch neue Technologien in die Anwendung gebracht werden können. Ob leichte Hightech-Materialien wie Aluminium und Karbonfasern im Flugzeugbau oder stahlharte Materialien für Brückenkonstruktionen, Seilbahnen, Tunnel- oder Pipeline-Röhren – für jeden Anwendungsbereich und jede von Ingenieuren und Ingenieurinnen konstruierte Technik gibt es einen optimalen Werkstoff. Deshalb versuchen Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik, in der Entwicklung und Herstellung die Eigenschaften der ausgewählten Werkstoffe so zu beeinflussen bzw. zu verändern, dass diese optimal eingesetzt werden können. Dabei spielt der Einsatz von Nanotechnologie eine bedeutende Rolle, denn sie ermöglicht es, die Eigenschaften der Werkstoffe auf Atom- bzw. Molekularebene zu verändern und zu optimieren. So können z.B. besonders glatte Oberflächen erzeugt oder strahlenabwehrende optische Komponenten hergestellt werden. Konstruktion, Fertigung und Prüfung In der Konstruktion und Fertigung arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik meist mit Konstruktionsfachleuten und Fertigungsingenieuren und -ingenieurinnen zusammen. Sie tragen dazu bei, dass optimal ausgewählte Werkstoffe durch geeignete Fertigungsverfahren und -anlagen zu einem zuverlässigen, kostengünstigen und einwandfrei funktionierenden Bauteil zusammengebaut werden. In der Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung werden je nach Art der Werkstoffe unterschiedliche Prüfverfahren angewendet. Dazu zählen chemische, physikalische, mechanische, bruchmechanische und metallografische Prüfungen. Die dabei entstandenen Kenndaten sind wichtige Vorgaben bei der Berechnung der Bauteile, die wiederum die Herstellung beeinflussen können. Metallurgie und Dentaltechnologie Im Bereich Metallurgie beschäftigen sich die Ingenieure und Ingenieurinnen mit der Herstellung und Verarbeitung von Metallen und Legierungen - von herkömmlichen schmelz-, pulver- und umformtechnischen Verfahren (z.B. Pyro- und Hydrometallurgie) bis zu Hightech-Lösungen für die moderne Stahl-, Aluminium- oder Kupferindustrie. Ihr Aufgabenfeld reicht dabei von umweltgerechter Verarbeitung der Rohstoffe zu hochwertigen Produkten (z.B. Karosseriebleche und Rohre) über die Herstellung komplexer Bauteile (beispielsweise Motorblöcke) bis hin zur Pulvermetallurgie, wie sie zur Produktion von Hartmetallen eingesetzt wird. Im Bereich Dentaltechnologie arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik an zahnmedizinischen Werkstoffen und Verfahren, etwa für Zahnersatz wie Kronen, Brücken, Implantate oder Totalprothesen. Sie bestimmen die geeigneten Herstellungsverfahren (beispielsweise Modellieren, Gießen, CAD - bzw. CAM -Technik), analysieren jedoch auch Werkstoffe und Verfahren für den dentalen Gerätebau. Weitere Einsatzmöglichkeiten Im Bereich der Schadensforschung untersuchen Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik mit wissenschaftlichen Methoden die Ursachen von Schäden, z.B. im Rahmen einer Sachverständigen- oder Gutachtertätigkeit. Dabei entwickeln sie auch Vorschläge zur Verhütung von Schäden, z.B. durch Verbesserung der Konstruktion, andere Werkstoffauswahl oder geänderte Betriebsbedingungen. Dies ist z.B. im Patentwesen von großer Bedeutung. Die Unfallverhütung spielt bei einer Tätigkeit bei technischen Überwachungsanstalten eine große Rolle. Hier werden neue Anlagen vor Inbetriebnahme auf ihre einwandfreie und betriebssichere Funktionsweise überprüft und die Einhaltung sicherheits- und umweltschutztechnischer Vorgaben überwacht.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in der Werkstoffwissenschaft, -technik oder Materialwissenschaft verlangt. Für Führungsaufgaben oder stärker spezialisierte Tätigkeiten ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion vorausgesetzt, ggf. auch eine Habilitation.
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was macht ein/e Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik?
Ingenieure und Ingenieurinnen der Werkstofftechnik befassen sich damit, Werkstoffe herzustellen und weiterzuentwickeln. Sie arbeiten mit metallischen (z.B. Stahl, Aluminium, Zink) und nichtmetallischen Werkstoffen (z.B. Papier, Bindemittel oder Polymer- und Verbundwerkstoffe).
Was verdient ein/e Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik?
Als Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik liegt das Gehalt in Deutschland typischerweise bei 6.503 € brutto im Monat.
Wie sind die Berufsaussichten als Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik?
Die Berufsaussichten als Ingenieur/Ingenieurin für Werkstofftechnik sind gut. Derzeit sind rund 158 Stellen ausgeschrieben.
