Medizinische Informatik (Master) – Arbeitsumfeld
Studium

Medizinische Informatik (Master)

Auch bekannt als: Medizininformatiker/in

BerufsfeldIT & Digitales
Arbeitsortein Büroräumen · in Computerräumen · in Besprechungs- und Schulungsräumen · in IT-Labors · im Homeoffice bzw. mobil
Studiengänge17

Über den Beruf

Medizininformatiker und Medizininformatikerinnen entwickeln Systeme, die medizinisches Wissen strukturiert bereitstellen und ärztliche Entscheidungen unterstützen. Sie programmieren Anwendungen für Diagnostik und Therapie, erstellen Schnittstellen zwischen verschiedenen Softwaresystemen und arbeiten an der Bildverarbeitung medizinischer Daten. Dabei ermöglichen sie unter anderem die Übertragung von Echtzeitbildern auf Arbeitsplätze in der Praxis. Zusätzlich gestalten sie Krankenhausinformationssysteme und verbessern den Datenaustausch zwischen medizinischen Einrichtungen. In der Forschung und Pharmaindustrie unterstützen sie klinische Studien durch Planung, Datenauswertung und Entwicklung statistischer Methoden. Sie helfen dabei, Krankheitsregister zu erstellen, epidemiologische Daten zu analysieren und Risikomodelle zu berechnen.

Ausführliche Beschreibung lesen

Worum geht es? Medizininformatiker/innen entwickeln, betreuen, betreiben und vertreiben medizinische Informations- und Dokumentationssysteme, z.B. Krankenhausinformationssysteme, bildgebende Therapie- und Diagnoseverfahren, computerunterstützte Operationstechniken oder wissensbasierte Systeme. Informationssysteme entwickeln Medizininformatiker/innen entwickeln Verfahren und Systeme, mit deren Hilfe Ärzte und Ärztinnen medizinische Daten sammeln, sichten und aufbereiten können, um eine Vielzahl von Befunden zu einer Gesamtaussage zusammenzufassen. Ein wichtiger Arbeitsbereich ist die Entwicklung von Krankenhausinformationssystemen für die Krankenhausadministration wie auch das Patientenmanagement. Hierfür verarbeiten Medizininformatiker/innen Daten zu betriebswirtschaftlichen Abläufen (Abrechnungen, Leistungen, Kosten für Unterhalt und Verbrauchsmaterial) sowie patientenbezogene medizinische Daten (Befunde, Therapie-Ergebnisse, Medikamente, Fieberkurven usw.). Sie wählen Komponenten aus, beschaffen und installieren sie, überwachen den Betrieb und passen Systeme ggf. an die speziellen Bedürfnisse des Krankenhauses an. Bilderzeugende Verfahren ermöglichen Bilderzeugende Verfahren für die Diagnostik, z.B. Magnetresonanztomografie , Sonografie , digitale Angiografie , funktionieren rechnergestützt. Medizininformatiker/innen programmieren beispielsweise Schnittstellen zwischen der Praxissoftware und digitalen Diagnosesystemen. Sie erarbeiten Verfahren, die aus den Messdaten dreidimensionale Bilder des Körpers erzeugen oder Ultraschall- bzw. Videobilder in Echtzeit auf den Praxisarbeitsplatz übertragen. Weiterhin entwickeln sie etwa Demonstrationsprogramme, die die Therapieplanung unterstützen bzw. mit deren Hilfe chirurgische Eingriffe trainiert oder punktgenaue Bestrahlungen geplant werden können. Sie erarbeiten auch Verfahren, die während einer Operation kleinste Strukturen sichtbar machen und so den Ärzten und Ärztinnen die "Navigation" im Körper des Patienten ermöglichen. Teilweise werden bei Operationen auch computerunterstützte Verfahren eingesetzt, z.B. mithilfe von Robotern, für die Medizininformatiker/innen die Programmierung vornehmen. Diagnoseunterstützende Systeme erzeugen Ein weiterer Aufgabenbereich der Medizininformatiker/innen ist die Entwicklung assistierender Gesundheitstechnologien, z.B. die Bereitstellung von Systemen zur Überwachung von Vitalparametern (z.B. Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung) während einer Operation oder auf Intensivstationen, um kritische Situationen rechtzeitig erkennen und sofort eingreifen zu können. Medizininformatiker/innen wirken darüber hinaus an der Entwicklung diagnoseunterstützender Systeme mit, z.B. für die automatische Auswertung von Langzeit-EKG . Aus diesen Auswertungen lassen sich Risiken für Erkrankungen abschätzen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Auch computergesteuerte Prothesen oder Implantate zur Unterstützung sensorischer Funktionen werden von Medizininformatikern und -informatikerinnen programmiert. In der klinischen Forschung, aber auch in der Pharmaindustrie arbeiten Medizininformatiker/innen bei der Planung, Durchführung und Auswertung klinischer oder pharmakologischer Studien mit. Sie beraten die Forscher/innen bei der Versuchsplanung, damit diese zu statistisch verwertbaren Ergebnissen kommen, und entwickeln Methoden, um z.B. Krankheitsregister zu erstellen, epidemiologische Aussagen zu treffen oder Risikomodelle zu berechnen. Die medizinische Dokumentation schließlich beinhaltet die Erfassung erbrachter medizinischer Leistungen, aber auch die systematische Sammlung, Speicherung und Aufbereitung von medizinischen Forschungsergebnissen mithilfe der Informationstechnik. Einsatzbereiche Medizininformatiker/innen arbeiten in allen Bereichen des Gesundheitswesens, in Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Großpraxen, in spezialisierten Softwarehäusern, in der Pharmaindustrie, bei Krankenkassen, Herstellern und Anwendern von medizintechnischen Geräten oder in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Teilweise sind sie freiberuflich tätig oder selbstständig. Kundenkontakt ist häufig, besonders dann, wenn sie Anwender/innen beraten und schulen bzw. wenn IT-Anwendungen und -Systeme an die individuellen Erfordernisse der Kunden angepasst werden sollen.

Ausbildung & Zugang

Zugangsvoraussetzungen5
  • Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Medizinischer Informatik
  • Bei weiterbildenden Studiengängen mind. 1 Jahr Berufspraxis
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten Hochschulstudium
  • Ggf. Englischkenntnisse

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Studienangebote

Medizinische Informatik Bachelor of Science (B.Sc.)
Hochschule Niederrhein
KrefeldFH
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Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
RegensburgFH
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Universität zu Lübeck
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Karriere & Weiterbildung

Medizinische Informatik (Master)Aktueller Beruf

Häufige Fragen

Was macht ein/e Medizinische Informatik (Master)?

Medizininformatiker und Medizininformatikerinnen entwickeln Systeme, die medizinisches Wissen strukturiert bereitstellen und ärztliche Entscheidungen unterstützen.

Was verdient ein/e Medizinische Informatik (Master)?

Als Medizinische Informatik (Master) liegt das Gehalt in Deutschland typischerweise bei 5.899 € brutto im Monat. Die meisten verdienen zwischen 4.923 € und 7.119 € brutto im Monat.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf Medizinische Informatik (Master)?

Voraussetzung für das Studium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss; meist wird ein grundständiges Studium im Studienfach Medizinische Informatik vorausgesetzt. Bei weiterbildenden Studiengängen ist eine mindestens 1-jährige Berufspraxis erforderlich.

Wie sind die Berufsaussichten als Medizinische Informatik (Master)?

Die Berufsaussichten als Medizinische Informatik (Master) sind gut. Aktuell gibt es 26 offene Stellenangebote.

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