Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin
Auch bekannt als: Psychoanalyst (m/f)
Über den Beruf
Psychoanalytiker bzw. Psychoanalytikerinnen erfragen die Lebenssituation ihres Gegenübers ( Anamnese ), um die genaue seelische Störung zu ermitteln und körperliche Ursachen auszuschließen. Danach wählen sie geeignete psychoanalytische und tiefenpsychologische Verfahren aus und wenden diese an, z.B. Übertragungs- und Gegenübertragungsanalysen. Außerdem beraten sie vorbeugend, um psychische Störungen im Vorfeld zu verhindern. Sie unterstützen Fachkräfte und Personen im sozialen Umfeld von Betroffenen, etwa durch Supervision . Um die Öffentlichkeit für seelisch bedingte Krankheitsbilder zu sensibilisieren, erstellen sie Informationsmaterial und halten Vorträge.
Ausführliche Beschreibung lesen
Worum geht es? Psychoanalytiker/innen diagnostizieren und behandeln seelische Störungen bei Patienten und Patientinnen mittels wissenschaftlich anerkannter psychoanalytischer Verfahren. Einzelne Behandlungsschritte Um eine Störung möglichst genau diagnostizieren zu können, erfragen sie die persönlichen Lebensumstände des Patienten und beurteilen auftretende Symptome. Anhand der so gewonnenen Daten erstellen sie ihre Diagnose. Sofern eine psychoanalytische Behandlung ratsam erscheint, wählen sie geeignete Verfahren aus und besprechen die Behandlungsziele mit dem Patienten. Dann beginnen sie mit der Durchführung der eigentlichen Psychoanalyse, deren Verlauf und Ergebnis sie laufend dokumentieren und abschließend bewerten. Heilung und Prävention Sie führen die Behandlung seelischer Erkrankungen nach wissenschaftlich anerkannten psychoanalytischen Verfahren durch. Psychoanalytiker/innen nutzen interaktive Prozesse innerhalb der analytischen Situation und arbeiten mit vorbewussten und unbewussten Abläufen und Mechanismen von Übertragung, Gegenübertragung, Widerstand und Regression. Die Bedingungen psychischer Aktivität werden als Gegenübertragung in den Wahrnehmungen des Behandelnden, in seinem Denken, Fühlen und Handeln wirksam. Diese Zusammenhänge reflektieren und analysieren Psychoanalytiker/innen professionell. So versuchen sie etwa, im Unterbewusstsein verborgene Blockaden des Patienten aufzuspüren oder in Träumen des Patienten erlebte Bilder, Handlungen und Gefühle zu interpretieren. Dabei therapieren sie z.B. seelisch bedingte Störungen der Wahrnehmung, des Verhaltens, der Erlebnisverarbeitung, der sozialen Beziehungen und der Körperfunktionen. Kennzeichnend für diese Störungen ist, dass sie der willentlichen Steuerung nicht mehr oder nur noch zum Teil zugänglich sind. Psychoanalytikern und Psychoanalytikerinnen zeigen sich unterschiedliche Krankheitsbilder. Diese reichen von Ängsten, Zwängen oder neurotischen Depressionen über vegetativ-funktionelle und psychosomatische Störungen wie Essstörungen, Kopfschmerzen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Luftwege bis zu schweren Traumatisierungen als Folge von emotionalen Mangelzuständen oder körperlichen Schädigungen. Psychoanalytiker/innen sind dabei nicht nur in der Heilung akuter psychischer Störungen tätig. Die Prävention bei Risikogruppen, die Rehabilitation nach körperlichen oder psychischen Erkrankungen und die begleitende, lindernde Behandlung bei chronischen oder fortschreitenden Erkrankungen gehören auch zu ihrem Aufgabenbereich. Psychotherapeutische Grundversorgung Psychoanalytiker/innen finden in vielen Bereichen und Organisationen des Gesundheits- und Sozialwesens Beschäftigung, insbesondere in auf Psychoanalyse spezialisierten psychotherapeutischen Praxen und in der stationären Betreuung in Krankenhäusern, Heimen und Sanatorien. Oft sind niedergelassene Fachärzte und -ärztinnen für Allgemeinmedizin die ersten Ansprechpartner für einen Menschen in einer seelischen Konfliktsituation. Patienten haben jedoch zugleich das Erstzugangsrecht, können also auch selbst direkt eine therapeutische Beratung aufsuchen. Um eine bestmögliche Behandlungsqualität zu gewährleisten, müssen unabhängig davon stets mögliche körperliche Mit- oder Grunderkrankungen der Patienten ausgeschlossen bzw. in die psychoanalytische Behandlung mit einbezogen werden. Deshalb arbeiten Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen vernetzt mit Ärzten und Ärztinnen, Psychotherapeuten und -therapeutinnen sowie anderen medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Fachkräften zusammen und verweisen Patienten ggf. zur Befundabklärung an den jeweiligen Spezialisten. Wissenschaft und Forschung Daneben untersuchen, dokumentieren und diskutieren Psychoanalytiker/innen wissenschaftlich seelische Störungen und aktualisieren unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse psychoanalytische Methoden und Verfahren. Sie halten Lehrveranstaltungen ab, in denen sie Inhalte und Konzepte der Psychotherapie vermitteln, führen Weiterbildungen und Supervisionen durch. Für wissenschaftliche Tätigkeiten benötigen sie ggf. eine Promotion oder eine Habilitation .
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Weiterführendes Studium der Psychologie oder Approbation als Arzt/Ärztin
- Berufliche Erfahrung vor Beginn oder begleitend zur Weiterbildung gewünscht
- Prüfung der persönlichen Eignung durch einen Unterrichtsausschuss
- Ggf. Mindestalter z.B. 25 Jahre
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Häufige Fragen
Was macht ein/e Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Psychoanalytiker bzw. Psychoanalytikerinnen erfragen die Lebenssituation ihres Gegenübers ( Anamnese ), um die genaue seelische Störung zu ermitteln und körperliche Ursachen auszuschließen.
Was verdient ein/e Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Als Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin liegt das Gehalt in Deutschland typischerweise bei 4.594 € brutto im Monat. Die meisten verdienen zwischen 3.201 € und 5.972 € brutto im Monat.
Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Die Ausbildung zum/zur Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin dauert 5 Jahre (Teilzeit).
Welche Voraussetzungen braucht man für den Beruf Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung ist ein abgeschlossenes weiterführendes Studium der Psychologie bzw. die Approbation als Arzt bzw. Ärztin. Berufliche Erfahrung vor Beginn oder begleitend zur Weiterbildung wird gewünscht.
Welche Schulfächer sind wichtig für Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Wichtige Schulfächer für angehende Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin: Soziale/Interkulturelle Kompetenzen (um passgenaue und kultursensible Gesprächstechniken für den Umgang mit Patienten/Patientinnen und Angehörigen anwenden zu können. Wahlpflichtfächer: z.B. Gesprächsführung oder Interkulturelle Kompetenz).
Wie sind die Berufsaussichten als Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin?
Die Berufsaussichten als Psychoanalytiker/Psychoanalytikerin sind gut.
